Die entscheidende Phase für unsere Jungweine hat begonnen

 

Die Weinlese, eine der längsten und üppigsten der letzten Jahren, konnten wir bereits vor einigen Wochen erfolgreich abschließen und unsere neuen Weine im Keller haben mittlerweile die Reifephase erreicht. Insbesondere bei Rotweinen ist dieser Prozess ein extrem wichtiger Faktor. Durch die traditionelle Maischegärung werden kräftige, dunkle Rotweine erzeugt – hier kommt vor allem den Traubenkernen eine große Bedeutung zu, denn sie sind maßgeblich verantwortlich für das Entstehen eines vollmundigen, intensiven Rotweins. Durch die Abgabe von Gerbstoffen, sogenannten Tanninen, an den Wein wird aus einem roten Wein ein Rotwein, wie wir ihn kennen.

Um den Rotwein weicher werden zu lassen, benötigen die abgegebenen Tannin-Moleküle Sauerstoff, damit sie sich aneinanderketten können. Hier kommt das Holzfass ins Spiel. Im Gegensatz zum Edelstahltank ist das Holzfass sehr feinporig und lässt Sauerstoff langsam und gleichmäßig in den Wein eintreten – perfekt um einen harmonischen, runden Rotwein zu erzeugen. Wir wählen ausschließlich Weine aus den besten roten Trauben um diese im sogenannten Barrique-Fass zu veredeln. Mit einem Fassungsvermögen von 225l entstehen hier Weine mit besonders intensivem Bouquet. Daneben verwenden wir auch andere Holzfässer unterschiedlicher Größen.

Bei den verwendeten Hölzern handelt es sich ausschließlich um Eiche, gewachsen im Elsass oder dem Pfälzer Wald. Um das Holz in seine typisch gewölbte Form zu bekommen, wird dieses über offenem Feuer gebogen und dabei getoastet. Je nachdem wie lange das Holz über dem offenen Feuer erhitzt wird (ca. 10-30 min.), werden unterschiedliche Toastungs-Grade erzielt, die später unterschiedlich ausgeprägte Röst- und Vanillearomen an den Wein abgeben. Auch die Anzahl der Belegungen spielt eine Rolle. Neben dem traubeneigenen Tannin gibt auch das Holz Tannin an den Wein ab – je öfter das Barrique bereits belegt wurde desto weniger holzeigenes Tannin wird abgegeben. Wir belegen unserer Barrique-Fässer maximal 3 Mal – danach ist es „weingrün“, d.h. das Holz gibt keinen Geschmack mehr ab.

Wussten Sie: Von dem Wort „Barrique“ leitet sich das Wort Barrikade ab, denn während der Julirevolution in Frankreich 1830 dienten mit Erde gefüllte Barrique-Fässer als Straßensperren.